Fünf Jahre Energieblog: Was bisher geschah

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(c) Martin Beckmann

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Was macht man, wenn der eigene Blog fünf Jahre alt wird? Nun, wir könnten das in der Redaktion ausgiebig feiern, aber dann hätten Sie, liebe Leser, ja herzlich wenig davon. Stattdessen möchten wir mit Ihnen in der Zeit zurückgehen. Zum Tag 1 unseres Energieblogs. Am 1.2.2011 erblickte dieser das Licht der Welt mit einem Kampfgewicht von neun Blog-Beiträgen, die alle über den Tag verteilt online gingen. Schon damals ein kleiner Wonneproppen, unser Blog! Und auch sonst hat sich der Energieblog über die Jahre prächtig entwickelt, wie wir gleich sehen werden.

Wie alles begann…

Schauen wir uns doch mal an, was Sie und uns damals so beschäftigte. Wer weiß, vielleicht sind uns die Themen doch noch vertrauter als man nach fünf Jahren vermuten könnte?

In ihrem allerersten Blog-Beitrag schrieb Prof. Dr. Ines Zenke am 1.2.2011 über den Emissionshandel. Genauer: über das Zuteilungsverfahren der Emissionszertifikate in der 3. Handelsperiode. Damals waren die Details der Zuteilung für die betroffenen Unternehmen unklar, da relevante europäische und deutsche Gesetzgebungsverfahren noch nicht abgeschlossen waren. Mittlerweile sind die Zertifikate natürlich längst zugeteilt. Manche Frage nach der Richtigkeit des Zuteilungsbescheides ist aber auch im vierten Jahr der laufenden Handelsperiode noch bei den Gerichten anhängig. Bis zur vierten Zuteilungsrunde ist es auch nicht mehr lange hin. Erste Vorschläge liegen seit letztem Sommer auf dem Tisch und werden diskutiert. Prof. Dr. Ines Zenke wird also demnächst hier über die Zuteilung der Zukunft berichten.

Als treue Leser wissen Sie natürlich, dass wir neben unseren regelmäßigen Beiträgen gern hin und wieder ein Interview veröffentlichen, um Experten und Persönlichkeiten der Branche selbst zu Wort kommen zu lassen. Unser erstes Interview führten wir – auch gleich am 1.2.2011 – mit unserem BBH-Kollegen Prof. Dr. Christian Theobald. Er hatte damals schon als Sachverständiger den Deutschen Bundestag dahingehend beraten, wie der Gesetzgeber Rechtsklarheit im Bereich der Konzessionsvergabe schaffen kann. Heute tut Prof. Dr. Theobald dasselbe; er spricht über Rechtsklarheit bei Konzessionsvergaben und Netzübernahmen. Am 3.2.2016 entscheidet das Kabinett über einen neuen Anlauf, nun in Form des § 46 EnWG.

Sich am Gesetzgeber anlehnen kann riskant sein, titelten Dr. Christian de Wyl und Dr. Jost Eder am 1.2.2011 ganz provokant. Das EuGH hatte damals zu entscheiden, ob eine bestimmte Vertragsklausel rechtmäßig ist, die auf die entsprechende gesetzliche Regelung für die Grundversorgung verweist. Preisgestaltung und Preisanpassungen waren und sind weiter ein Top-Thema in der Energiewirtschaft, weswegen Dr. Jost Eder (zusammen mit Dr. Ines Zenke und Stefan Wollschläger) im letzten Jahr dazu auch ein Buch im de Gruyter Verlag herausgegeben hat und unseren Blog weiter mit neuen Infos versorgt, wie zuletzt am 5. Januar über die vom EuGH gebilligten separierten Preissysteme.

In der Regel schreiben wir ja über ganz aktuelle Themen, die die Branche beschäftigen – oder eben beschäftigen sollten. Manchmal sind wir mit unseren Beiträgen aber sogar der Zeit etwas voraus. Als Prof. Dr. Ines Zenke und Dr. Christian Dessau am 1.2.2011 darüber schrieben, wie sich Kraftwerke über Inhaberschuldverschreibungen finanzieren lassen, hatte das Thema Bürgerbeteiligung noch einen leicht exotischen Beigeschmack. Die Autoren hatten aber schon damals geahnt, dass sich daraus ein richtiger Trend entwickeln könnte: Am 28.10.2014 kamen wir im Blog darauf zurück und veröffentlichten dazu sogar eine Studie. Heute ist die Inhaberschuldverschreibung als Alternative zur Bankenfinanzierung eine neben den Bürgergenossenschaften etablierte Form der Bürgerbeteiligung an der Energiewende.

Grundsatzurteil – diesen Begriff findet man häufig in unserem Blog. Ganz einfach deshalb, weil wir oft über Neuigkeiten aus der Rechtsprechung berichten, die für die Energiebranche wichtig sind. Am 1.2.2011 erwarteten nicht nur Stefan Wollschläger, sondern auch viele Fernwärmeversorger mit Spannung zwei Grundsatzurteile des BGH. Aber natürlich interessierten uns auch die Unternehmungen der Kartellbehörden – im Bereich Fernwärme z.B. die Sektoruntersuchung in NRW.

Und was gab es sonst noch am 1.2.2011? Stefan Wollschläger schrieb über das „Null-Euro-Entgelt“, Daniel Schiebold und Niko Liebheit über die Änderungen im Energie- und Stromsteuerrecht und Daniel Schiebold zusammen mit Guido Morber und Thomas Straßer über die kartellrechtliche Überprüfung der Wasserpreise. Unser allererster Blogbeitrag überhaupt handelte übrigens vom Telekommunikationsgesetz und dessen Novellierung – geschrieben von Axel Kafka.

Wie es weiter ging…

Internet-Blogs sind ja ein bisschen wie der digitale Coffee-to-go. Es gibt sie an jeder Ecke, man konsumiert sie in der Regel unterwegs, und um sich aus der Masse der Anbieter abzuheben, braucht es schon ein innovatives Konzept. Unser Energieblog hat sich über die Jahre zu einem geschätzten Anbieter solcher digitaler Heißgetränke entwickelt mit bis heute über 1.100 Blog-Beiträgen. Angefangen haben wir mit etwa 2.000 Lesern pro Tag. 2013 waren es schon durchschnittlich 5.000. Mittlerweile lesen zwischen 8.000 und 10.000 Besucher täglich unsere Artikel. Und deshalb möchten wir das heutige Energieblog-Jubiläum schließlich auch zum Anlass nehmen, um uns bei Ihnen, liebe Leser, ganz herzlich zu bedanken. Denn ohne Sie wäre ja doch alles irgendwie kalter Kaffee.

Wir freuen uns auf die nächsten fünf Jahre mit Ihnen!

Ihr Energieblog