„Smart City“ auf dem Vormarsch: Warum das „Internet of Things“ für Kommunen interessant ist

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(c) BBH

Wenn von „Industrie 4.0“ die Rede ist, dann ist meistens auch ein anderer Modebegriff nicht fern: „Internet of Things“ (IoT). Gemeint ist die intelligente Vernetzung von Maschinen und Geräten, um durch den Einsatz neuer Technologien interne Prozesse zu optimieren und neue Geschäftsmodelle möglich zu machen. Hersteller von Produktionsmaschinen haben beispielsweise früher maßgeblich ihren Umsatz durch den Verkauf von Maschinen erzielt – heute wird bei immer mehr Modellen nicht das Gerät selbst, sondern die Produktionsleistung verkauft. Nicht mehr das Produkt, sondern die (Dienst-)Leistung steht bei der Wertschöpfung im Vordergrund. Dieses Prinzip hat viele, auch ökologische Vorteile, da beide Parteien davon profitieren, dass eine Maschine langfristig funktionstüchtig bleibt.

Dieses und weitere Modelle basieren u.a. auf Daten, die an der Maschine direkt erfasst, von dort übertragen und ausgewertet werden. Der Hersteller kann dadurch Fehler frühzeitig erkennen, verhindern und zukünftig gänzlich vermeiden. Dies ist ein klassischer Anwendungsfall des „Internet of Things“. Allerdings zeichnet sich aktuell ein Wandel im Einsatzbereich ab. Einer Studie der IoT Analytics GmbH (2018) zufolge sind es in diesem Jahr nicht mehr die Anwendungen aus der Industrie 4.0, die gemessen an der Anzahl weltweiter Projekte wie noch 2016 die Vorreiterrolle im IoT-Sektor innehaben. In diesem Jahr läuft erstmals der „Smart-City“-Bereich vorneweg.

Tatsächlich ist das Internet of Things für den kommunalen Einsatz in höchstem Maße interessant. Die Städte werden immer größer, ebenso wie die Zahl der Aufgaben, denen sich die Kommunen gegenübersehen. Für die Bürger ist das Thema Verkehr besonders wichtig. Beispielsweise durch die intelligente Parkraumüberwachung kann durch einfache Sensorik direkt ein Parkplatz gefunden werden. Dies spart Zeit und leistet gleichzeitig einen Beitrag für die Umwelt, da unnötige Fahrten vermieden werden.

Voraussetzung hierfür ist der Aufbau eines Kommunikationsnetzes, welches für die verschiedenen Anwendungsfälle geeignet ist. Mittel der Wahl können hier LoRa, NarrowBand, Sigfox und einige weitere Technologien sein. Diese können zwar keine größeren Datenmengen auf einmal übertragen, sind jedoch auf Grund ihrer guten Durchdringung von Gebäuden sehr vorteilhaft, um innerstädtisch verschiedenste Sensorik und/oder Aktorik zu erreichen.

Um sich dem Thema IoT strukturiert zu nähern, empfehlen wir, die gesamte Kommune ins Auge zu nehmen. Mit einer Analyse des lokalen Potenzials lassen sich nicht nur der Bürger-Service, sondern auch die eigenen Prozesse verbessern. Denn auch der überwiegende Teil derzeitiger IoT-Projekte hat nicht das Ziel, Umsätze zu generieren, sondern primär Effizienzen zu steigern und Kosten zu senken.

Ansprechpartner: Dr. Andreas Lied/Stefan Brühl/Christopher Hahne

PS: Wenn Sie das Thema interessiert, schauen Sie doch mal hier.