Wärmewende im Immobiliensektor: Was der Methodenwechsel in der Primärenergiebewertung von Wärmenetzen bedeutet

(c) BBH

Soviel ist sicher: Die Immobilienwirtschaft und die Energieversorger werden mit wachsenden Anforderungen konfrontiert, die Energieversorgung von Gebäuden effizienter zu machen. Das gilt vor allem für den Jahres-Primärenergiebedarf für Heizung, Warmwasserbereitung, Lüftung und Kühlung des Gebäudes nach der Energieeinsparverordnung (EnEV). Diese Anforderung kann man auf zwei Wegen erfüllen, durch baulichen Wärmeschutz und durch die Qualität der Wärme- und Kälteversorgung, beschrieben über den Primärenergiefaktor. Primärenergiefaktoren bewerten die Energiequellen für die Versorgung von Gebäuden nach ihrer Herkunft und stellen zur Erfüllung der Anforderungen einen wesentlichen Hebel dar.

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Die Ampel steht auf Grün: Das Energielabel für Heizungen kommt

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(c) Europäische Kommission (Kommissionsverordnung v. 18.2.2013, Anhang III, Punkt 1.1.3)

Endverbraucher haben sich beim Kauf von Waschmaschinen, Fernsehern und anderen Haushaltsgeräten schon längst daran gewöhnt: Ein Energielabel informiert sie mit Hilfe einer Farbskala von Grün bis Rot und der Angabe der Effizienzklasse über den Energieverbrauch der Produkte. Diese Energiekennzeichnung soll einen Anstoß in die richtige, sprich energieeffiziente Richtung geben: Die Verbraucher sollen möglichst die Produkte wählen, die am wenigsten Energie verbrauchen; die Hersteller sollen dadurch wiederum motiviert werden, energieeffizientere Produkte zu produzieren und auf den Markt anzubieten. Nach langen Diskussionen mit den Marktbeteiligten hat die Europäische Kommission im Februar 2013 eine Kommissionsverordnung auf den Weg gebracht, die ab 2015 auch für Heizungen ein Energielabel vorschreibt. Die Verordnung wurde als sog. delegierter Rechtsakt auf der Grundlage von Art. 10 Richtlinie 2010/30/EU erlassen und regelt die Einzelheiten der Energiekennzeichnung von Heizungen. Sie sind für Lieferanten und Händler von Heizungen verbindlich und müssen nicht erst in deutsches Recht umgesetzt werden. Das Europäische Parlament und der Rat können innerhalb der nächsten zwei Monate zwar Einwände gegen die delegierte Verordnung erheben. Nach derzeitigem Stand ist damit aber nicht zu rechnen.

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