Wohl vorgehen macht wohl nachfolgen: Compliance als Corporate-Governance-Thema

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Wer recht vorangeht, dem geht man recht nach. In der lateinischen Ursprungsfassung klingt der Spruch noch besser, aber die ersparen wir Ihnen an dieser Stelle. Gemeint ist, auf gut Deutsch, dass man stets mit gutem Beispiel vorangehen sollte. Und genau das wünscht sich auch die Regierungskommission zum Deutschen Corporate-Governance-Kodex (DCGK), die seit 2001 die Standards guter Unternehmensführung in einem Kodex zusammenfasst und jährlich auf den Prüfstand stellt (wir berichteten). Sie wurde einst vom Bundesjustizministerium (BJMV) eingesetzt und besteht aus Vertretern von Vorständen und Aufsichtsräten kapitalmarktorientierter Unternehmen und deren Stakeholdern. Am 13.10.2016 hat die Regierungskommission einen neuen Änderungsvorschlag zum DCGK vorgelegt und diesen zur öffentlichen Konsultation gestellt. Ein besonderes Augenmerk bei den geplanten Änderungen liegt – Überraschung! – im Bereich der Compliance.

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Whistleblowing: Heldentum oder Verrat?

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Petzen ist böse. Das hat man schon als Kind gelernt. Beim „Whistleblowing“ – wenn Mitarbeiter wegen illegaler Praktiken in ihren Unternehmen die Unternehmensleitung oder Behörden informieren – gehen die Meinungen dagegen weit auseinander. Die einen sehen in einem solchen Hinweisgeber einen Denunzianten, der um des eigenen Vorteils willen andere „in die Pfanne haut“. Die anderen verehren ihn als moralischen Helden, der persönliche Nachteile in Kauf nimmt, um sich für das Gute einzusetzen. Als Whistleblower in der Energiewirtschaft wurde Sherron Watkins im Kontext des Enron-Skandals 2001 bekannt. In einem internen Schreiben versuchte sie, den Vorstandsvorsitzenden vor Missständen zu warnen und sagte nach dem Zusammenbruch von Enron bereitwillig aus. Übrigens: Unter anderem wegen Enron erließen die USA im Folgejahr den sog. Sarbanes-Oxley-Act, ein Gesetz, das wichtige Prinzipien der heutigen Compliance-Kultur festlegte.

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