Wenn der Roll-out nicht rollt: Der Digitalisierung fehlen die intelligenten Messsysteme

Dr. Jost Eder / Dr. Andreas Lied

Es gibt wenige Bereiche in der Energiewirtschaft, in denen Theorie und Praxis ähnlich weit auseinanderklaffen wie bei der Digitalisierung. Über Smart Meter und Smart Grid redet man in der Energiepolitik bereits seit fast 10 Jahren. Spätestens seit Inkrafttreten des programmatischen Gesetzes zur Digitalisierung der Energiewende 2016 mit seinem Herzstück dem Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) gehört die Digitalisierung zu den wichtigsten Branchenthemen. Zu Recht: Die Digitalisierung verändert die Energiewirtschaft grundlegend und wirkt sich auf unterschiedlichste Geschäftsfelder aus. Im Bereich des Messwesens muss man hinzufügen: theoretisch. Denn der Roll-out der intelligenten Messgeräte kommt einfach nicht ins Rollen. Woran das liegt, erläutern Dr. Andreas Lied (BBHC) und Dr. Jost Eder (BBH).

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Die Zukunft des Verkehrssektors im internationalen Emissionshandel – Teil 2: Der Luftverkehr

(c) BBH

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Die Zeit läuft für den Luftverkehr – so oder so. Nachdem die Internationale Luftfahrtorganisation (ICAO) auf ihrer 39. Generalversammlung am 6.10.2016 beschlossen hat, was die Branche unternimmt, um den klimaschädlichen Treibhausgas-Ausstoß des Luftverkehrs auf dem Niveau von 2020 zu stabilisieren, muss sich nun entscheiden, welche Flüge künftig vom europäischen Emissionshandel erfasst werden. 

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Kritische Infrastrukturen? Besondere Pflichten!

(c) BBH

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Betreiber sogenannter Kritischer Infrastrukturen, darunter insbesondere auch aus der Energiewirtschaft, müssen nach dem BSI-Gesetz (BSIG) und speziellen Regelungen im Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) künftig einen Mindeststandard an IT-Sicherheit einhalten und IT-Sicherheitsvorfälle an das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) melden. Wer fällt genau darunter? Dazu hat jetzt das Bundesinnenministerium (BMI) einen Verordnungsentwurf vorgelegt. Die gute Nachricht: die Zahl der Anlagen, die betroffen sind, dürfte überschaubar sein. Die schlechte Nachricht: Es werden Widersprüchlichkeiten in den Regelungen erkennbar, Strom- und Gasnetzbetreiber sind stärker belastet als Unternehmen der anderen betroffenen Sektoren.

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Erleichterung für Netzbetreiber: BNetzA konkretisiert Zertifizierungsanforderungen für sicheren Netzbetrieb

Zähler_Indien_modMitte August 2015 hat die Bundesnetzagentur (BNetzA) einen IT-Sicherheitskatalog veröffentlicht. Dieser verpflichtet alle Netzbetreiber gesetzlich, ein Informationssicherheitsmanagementsystem (ISMS) nach den Vorgaben der internationalen Norm ISO 27001 sowie des IT-Sicherheitskatalogs einzuführen und zertifizieren zu lassen.

Da manche, insbesondere kleinere Netzbetreiber selbst keine netzsteuernden sicherheitsrelevanten Systeme betreiben, sondern diese beispielsweise von einem Dienstleister betreiben lassen, konkretisiert die BNetzA nun die Pflicht zur Zertifizierung des Netzbetriebs.

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Bundestag beschließt IT-Sicherheitsgesetz

(c) BBH

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Der Bundestag hat am 12.6.2015 das Gesetz zur Erhöhung der Sicherheit informationstechnischer Systeme (IT-Sicherheitsgesetz) abschließend beraten und mit großer Mehrheit angenommen. Betreiber Kritischer Infrastrukturen aus den Bereichen Energie, Informationstechnik und Telekommunikation, Transport und Verkehr, Gesundheit, Wasser, Ernährung sowie Finanz- und Versicherungswesen müssen damit künftig einen Mindeststandard an IT-Sicherheit einhalten und IT-Sicherheitsvorfälle an das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) melden. Darüber hinaus werden zur Steigerung der IT-Sicherheit im Internet die Anforderungen an die Anbieter von Telekommunikations- und Telemediendiensten erhöht. Parallel dazu werden die Kompetenzen des BSI und der Bundesnetzagentur (BNetzA) sowie die Ermittlungszuständigkeiten des Bundeskriminalamtes (BKA) im Bereich der Computerdelikte ausgebaut.

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„Die Preisfindung für Flexibilität gehört nicht in den Netzbereich.“ – Ein Interview mit Thomas Gollnow von der Syneco Trading GmbH

(c) syneco

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Wie geht es weiter mit dem Energiehandel? Diese Frage haben wir uns Anfang dieses Jahres gestellt und damit nicht nur das Startsignal für eine Studie zum Energiehandel gegeben, sondern auch eine Inter­view­reihe (hier, hier, hier, hier und hier) mit namhaften Experten aus der Branche eingeläutet. Die Ergebnisse unserer Studie stellen wir heute im Rahmen unserer Energiehandelskonferenz vor. Unsere Interviewreihe beschließen wir ebenfalls heute, und zwar mit Thomas Gollnow als Gesprächspartner.

Thomas Gollnow ist seit 2008 Vorsitzender der Geschäftsführung der Syneco Trading GmbH, das führende kommunale Unternehmen im Energiehandel in Deutschland und die Energiehandelsplattform innerhalb der Thüga-Gruppe. Davor war Thomas Gollnow viele Jahre in unterschiedlichen Unternehmen der Finanzbranche tätig. Wir haben Herrn Gollnow gebeten, uns seine Sicht auf den Energiehandel zu beschreiben.

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IT-Sicherheit: Auf Netzbetreiber kommt erheblicher Aufwand zu

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Das Bundesministerium des Innern (BMI) will die IT-Sicherheit in Unternehmen und Verwaltung und den Schutz der Bürgerinnen und Bürger im Netz verbessern. Zu diesem Zweck hat das Ministerium am 19.8.2014 erneut einen Gesetzentwurf veröffentlicht. Ein erster Gesetzentwurf aus 2013 war nicht umgesetzt worden.

Das Gesetz schreibt ein Mindestniveau an IT-Sicherheit für so genannte „Kritische Infrastrukturen“ fest und soll die Zusammenarbeit zwischen deren Betreibern und dem Staat verbessern.

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Was geht mich als Aufsichtsrat das Thema Compliance an?

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Die knappe Antwort auf diese Frage lautet: ziemlich viel und zunehmend mehr.

Es mag ein wenig verwundern, aber: Aufsichtsräte, ob in privaten oder in öffentlichen Unternehmen, sind von „Berufs wegen“ verpflichtet, sich in angemessener Weise mit dem Thema Compliance zu befassen – also, verkürzt dargestellt, dafür zu sorgen, dass das von ihnen mitkontrollierte Unternehmen bestimmte Verhaltensmaßregeln, Gesetze und Richtlinien einhält. Tun sie das nicht, drohen ihnen im Falle von Rechtsverstößen erhebliche Reputationsschäden und dem Unternehmen möglicherweise gravierende ökonomische Konsequenzen, wie etwa hohe Geldbußen.

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Einbau Strom- und Gaszähler: Was ist nach den jüngsten Gesetzesänderungen wann einzubauen?

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Um die Energiewende möglich zu machen, hat der Gesetzgeber für bestimmte Kunden den Einbau intelligenter Messsysteme vorgeschrieben. Bis diese „Smart Meter“ allerdings am Markt verfügbar sein werden, wird noch einige Zeit vergehen. Wie der Übergang bis dahin vonstatten gehen soll, regelt eine Änderung des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG), die kurz vor dem Jahreswechsel in Kraft getreten ist.

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Noch mehr Gegenwind für TenneT: Bundesnetzagentur verweigert Zertifizierung

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Alle kriegen die Zertifizierung, nur einer nicht: Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat am 9.11.2012 bekanntgegeben, dass sie die Übertragungsnetzbetreiber 50 Hertz Transmission GmbH und Amprion GmbH sowie die Fernleitungsnetzbetreiber bayernets GmbH, GRTgaz Deutschland GmbH, terranets bw GmbH, Nowega GmbH, jordgasTransport GmbH und Fluxys TENP GmbH zertifiziert. Dagegen wurde dem deutsch-niederländischen Übertragungsnetzbetreiber TenneT TSO GmbH die Zertifizierung wegen fehlender Finanzmittel verweigert (wir berichteten). Die BNetzA geht damit auf Konfrontationskurs zur Europäischen Kommission.

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